Glyphosat – Massenpflanzenhaltung Teil 1

Glyphosat – Massenpflanzenhaltung Teil 1

Glyphopathie

Glyphopathie

Brain-FAQ Zusammenfassung:

  • Glyphosat wird seit den 70er Jahren mehr und mehr verwendet. Heutzutage ist es weltweit das Herbizid Nummer 1
  • Nicht nur in der Agrikultur hat es heutzutage seinen Platz. Golfrasen und andere „hübsch hergerichtete“ Anlagen sind nur ein weiteres Beispiel
  • Es ist bis heute nicht eindeutig geklärt, wie Glyphosat sich in unserem Körper ansammelt
  • Studien weisen jedoch darauf hin, dass wir mehr und mehr davon nicht nur in unserem Körper ansammeln
  • Glyphosat schädigt das Mikrobiom und provoziert unter anderem die Produktion von Ammoniak, Formaldehyd und p-Cresol im Darm
  • Leber und Nieren werden durch Glyphosat maßgeblich in ihrer Funktion beeinträchtigt
  • CyP450 (Mechanismus der Leber) wird durch Glyphosat gehemmt
  • CyP450 dient unter anderem der endogenen Entgiftung, Vitamin-D-Aktivierung, Gallensäure-Produktion und dem Cholesterin-Stoffwechsel
  • Damit sind auch so ziemlich alle Sexualhormone und ihre Regulierung betroffen
  • Glyphosat steht im Verdacht für die steigende Rate an Autoimmunitäten mitverantwortlich zu sein
  • Das ist erst Teil 1 der Datenlage

PflanzenschMutzmittel

Keine Frage – Massentierhaltung ist schlecht. Die Art und Weise, wie wir mit Lebewesen umgehen trieb schon manchen Zweibeiner dazu, auf Obst, Gemüse und andere pflanzliche Nahrung zu wechseln. Doch an sich behandeln wir die Flora nicht unbedingt freundlicher und man ist ja bekanntlich, was man isst – oder spritzt.

Vor Kurzem wurde bekannt gegeben, dass Deutschland weiterhin seine Felder mit Glyphosat bespritzen kann. Man konnte kaum bis drei zählen und bereits waren Medien wie Facebook und unzählige Seiten im Internet voll von Beschwerde. Wie können wir ein solches Mittel überhaupt zulassen? Offensichtlich ist es nicht nur vielen Menschen in Deutschland bekannt, dass Glyphosat nicht wirklich eine weiße Weste besitzt. Immer mehr Länder verbieten den als potentiell krebserregend bezeichneten Stoff. Alleine diese Bezeichnung weist jedoch darauf hin, dass vermutlich gar nicht so richtig bekannt ist, was Glyphosat eigentlich alles bewirken kann.

An sich war es (bedingt) eines der besten Dinge, das hätte passieren können. Durch Verhandlungen und Eskalationen in der Öffentlichkeit wurde die Aufmerksamkeit auf Glyphosat gelenkt und vermutlich blicken seit einigen Tagen/Wochen mehr und mehr interessierte Personen genauer auf das Thema. Diejenigen, die in der Politik den fragwürdig grünen Daumen gehoben hatten, sind innerhalb weniger Minuten in ihrem Ansehen mitsamt ihrem Mittel unter die Erde gewandert. Das ganze einen Moment lang kritisch zu betrachten, wäre vielleicht angebracht. Was ist Glyphosat, wie wird es eingesetzt, was bewirkt es bei Flora und Fauna und warum wollen wir wirtschaftlich ungerne die Finger davon lassen?

Anmerkung: Da Glyphosat so erschreckend viele Einflüsse auf unsere Gesundheit haben kann, wurde aus diesem Artikel ein Zweiteiler. Nicht nur sind die Themen zum Teil recht komplex – sie sind so ernüchternd, dass man sich doch die Zeit nehmen sollte, die Auswirkungen etwas eingehender zu beschreiben.

Unkraut vergeht nicht – außer mit Glyphosat

Um 1970 rum und einige Jahre später bei seiner Vermarktung, entstand Glyphosat in den biochemischen Labors dieser Welt. Damals wurde es spärlich dazu verwendet, den Boden vor oder während der Aussaat neuer Nahrung von unerwünschtem Grünzeug zu befreien. Golfplätze, Gartenanlagen und andere „schön hergerichtete“ Flächen wurden mit Glyphosat bespritzt, um Unkraut schnell und effizient zu vernichten und Platz für englischen Rasen zu schaffen.

Da Glyphosat selbst schädlich/tödlich für jegliches Gewächs mit Grün ist, wird es zwischen Ernte und Aussaat in der Regel nicht verwendet (das sollte einem möglicherweise zu denken geben). Heutzutage ist „Roundup“ – eine Glyphosatverbindung – das am meisten verwendete Herbizid weltweit. Glyphosat und Roundup können mehr oder weniger als das Gleiche gesehen werden. Die Agrikultur mag das Mittel so sehr, dass es inzwischen sogar Pflanzen gibt, die genetisch glyphosatresistent gezüchtet wurden. So wäre man sogar in der Lage, das Herbizid das ganze Jahr über zu verwenden und Unmengen an Arbeit zu sparen. Egal wie gesättigt die Pflanzen mit Glyphosat am Ende wären, sie selbst würden daran nicht „leiden“. In Amerika ist das bereits Gang und Gebe. In Deutschland sind wir noch davor verschont, vorausgesetzt wir importieren keine Nahrungsmittel aus Amerika. Insbesondere Mais, Soja, Raps, Zuckerrüben und Alfalfa sind in Amerika genetisch so bearbeitet, dass sie Glyphosat zwar aufnehmen, aber nicht daran zugrunde gehen.

Hätte man nicht die notwendigen Gifte in seinem Schrank, müsste man ansonsten durch Arbeiter und andere mechanische Hilfskräfte die Nutzpflanzen von parasitärem Grünzeug und Getier befreien. Ein Blick auf Wikipedia allein zeigt schon recht deutlich, wer neben den Produzenten noch alles von Glyphosat profitiert:

Eine 2014 veröffentlichte Studie untersuchte die Folgen eines möglichen Verbots von Glyphosat für die Saatbettbehandlung bei Wintergetreide und Raps in der EU-25. Landwirte würden bei einem Wegfall von Glyphosat ihre Unkrautbekämpfung vermehrt auf mechanische Behandlung und selektive Herbizide umstellen. Ohne signifikante Anpassungen und Innovationen im Anbau würden sie hohe Ertragsverluste erleiden, die sich auf bis zu 14,5 Millionen Tonnen in der EU-25 summieren könnten. Um trotz geringerer Erträge das vorherige Produktionsniveau zu erhalten, müsste die Anbaufläche um bis zu 2,4 Millionen Hektar ausgedehnt werden.

Ebenfalls und als ehrenhafte Nennung:

Die bayerische Molkereigenossenschaft Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau hat als erste Großmolkerei in Deutschland[184] für ihre Lieferanten seit dem 25. Oktober 2017 ein Anwendungsverbot von Glyphosat erlassen. Diese Entscheidung wurde vom Aufsichtsrat einstimmig beschlossen.[185]

Vermutlich mag man sich jetzt ein wenig ausmalen können, wie es bei der Entscheidung um Glyphosat zuging. Angenommen aber, Glyphosat hätte signifikante Effekte auf unsere Gesundheit – und ob wir es wollen oder nicht, das Mittel verbreitet sich auf so ziemlich alles – könnte man mit langfristigen gesundheitlichen Kosten rechnen, die weitaus höher wären? Angenommen das würde stimmen – wer würde diese Kosten dann tragen müssen und welcher Markt profitiert von kranken Menschen?

Oben rein, unten raus?

Glyphosat wird laut offizieller Seite fast komplett durch den Körper ausgeschieden. Das wurde schon vor bereits etwa 30 Jahren nachgewiesen [1,2]. Warum sollte man sich also Sorgen machen? Abgesehen von den genetisch glyphosatresistenten Nutzpflanzen ist es bis heute schwer nachzuvollziehen, wie Glyphosat in unsere Nahrung kommt. Pflanzen, die Glyphosat im Organismus besitzen sterben schließlich recht zuverlässig. Vielleicht kommen die Nahrungsmittel auch erst nach der Ernte in Kontakt mit Glyphosat, oder es benötigt eine gewisse Mindestmenge in Pflanzen, um sie zu zerstören. Fairerweise muss man zugeben, dass schließlich die Pflanzen auf dem Feld nicht absterben.

Nun, solche Daten mag man halten wie man möchte – Fakt ist, dass mehr und mehr Glyphosat in Wasser, Luft, Erde, Mensch und Maus und nicht zuletzt auch Muttermilch gefunden wird [1,2,3,4].

We conclude that: (1) GBHs are the most heavily applied herbicide in the world and usage continues to rise; (2) Worldwide, GBHs often contaminate drinking water sources, precipitation, and air, especially in agricultural regions; (3) The half-life of glyphosate in water and soil is longer than previously recognized; (4) Glyphosate and its metabolites are widely present in the global soybean supply; (5) Human exposures to GBHs are rising;

Auf der einen Seite wirkt Glyphosat (stark) verstärkend auf andere Giftstoffe, weswegen isolierte Studien realitätsfern wären (Roundup ist Glyphosat + weitere Giftstoffe). Auf der anderen Seite sind viele Effekte erst nach längerer Beobachtungszeit signifikant zu erkennen (weswegen viele Studien eine kürzere Studiendauer besaßen) [1,2].

This study constitutes a follow-up investigation of a 90-day feeding study conducted by Monsanto in order to obtain commercial release of this GMO, employing the same rat strain and analyzing biochemical parameters on the same number of animals per group as our investigation. Our research represents the first chronic study on these substances, in which all observations including tumors are reported chronologically.

This is the first time that all these formulated pesticides have been tested on human cells well below agricultural dilutions. The three different cell types reacted very similarly and the toxicities were observed on several biomarkers; this confirmed our results.

[…]However, Roundup was found in this experiment to be 125 times more toxic than glyphosate. Moreover, despite its reputation, Roundup was by far the most toxic among the herbicides and insecticides tested. This inconsistency between scientific fact and industrial claim may be attributed to huge economic interests, which have been found to falsify health risk assessments and delay health policy decisions [41].

Es ist im Grunde genommen sekundär, wie dieses künstliche Mittel sich im Körper anreichern konnte. Wir verwenden es seit den 70er Jahren immer mehr. Pflanzen (das betrifft auch Unkraut) beginnen mehr und mehr resistenter gegenüber Glyphosat zu werden und unsere Reaktionen darauf kann man sich bereits denken. Wir verwenden mehr davon und (!) wir beginnen Roundup mit weiteren Giftstoffen zu kombinieren, um noch effizientere Antibiotika („gegen Leben“) zu produzieren [1].

Since the late 1970s, the volume of glyphosate-based herbicides (GBHs) applied has increased approximately 100-fold. Further increases in the volume applied are likely due to more and higher rates of application in response to the widespread emergence of glyphosate-resistant weeds and new, pre-harvest, dessicant use patterns.

Auszug aus einem Interview mit Dr. Stephanie Seneff:

This year we’re introducing a new Endless Duo for the crops, which is going to be both glyphosate and 2,4-D. They’re recognizing that glyphosate, there are certain weeds that are coming that are so resistant, they just can’t put enough glyphosate on there to kill them. This is a reason why the glyphosate is going up. Well, they’re saying, we’ve go to put another toxic chemical with that glyphosate to kill the weeds. 2,4-D is a component of agent orange. It’s a regulated herbicide. It’s supposed to be much more toxic than glyphosate. These things are always synergistically toxic. They work together and they cause really strange additional damage beyond what in each one would’ve done individually. All these chemicals tend to have that effect.  I can’t imagine what’s coming down the road with this combo showing up on our core crops. They’ve gotten approval, no problem, the government’s fine with that. They’ve got resistance to 2,4-D, resistance to glyphosate, in the same crop and then they had this Endless Duo, which has those two things in it to poison the weeds and contaminate the crops.

Wie wirkt eigentlich Glyphosat?

Glyphopathie

Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EC 2.5.1.19). Ein solches Enzym sollte man mal versuchen (betrunken oder nicht) mehrfach schnell hintereinander auszusprechen. Genau dieses Enzym wird durch Glyphosat gehemmt und blockiert dadurch etwas in Pflanzen, was sich Shikimisäureweg nennt. Verantwortlich für die Herstellung aromatischen Aminosäureketten (Eiweißstrukturen) wie Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin, bewirkt die Hemmung dieses Mechanismus bei Pflanzen, dass sie stirbt. Genau aus diesem Grund wird Roundup auch primär vor der Aussaat gestreut. Man möchte das Unkraut vernichten und nicht seine eigenen Pflanzen zerstören. Während der Shikimisäureweg noch Einfluss auf andere Mechanismen bei Pflanzen besitzt, reicht diese Information vorerst aus. Da Tiere (und damit auch Menschen) diesen biochemischen Vorgang nicht besitzen, stellt es ein Hauptargument für die Unschädlichkeit von Glyphosat dar [1,2]. Sind wir also nicht betroffen? Unsere Zellen wohl nicht, aber unsere Bakterien. Sie besitzen genau diesen Mechanismus.

Seitdem viele Deutsche Julia Enders charmanten Darm angehört haben und Stuhltransplantationen der letzte Schrei geworden sind, ist unser Darm an die Spitze des gesundheitlichen Eisbergs gerückt. Inzwischen wurde bereits schon gezeigt, dass unsere Bakterien mit unseren Mitochondrien kommunizieren. Einfach gesprochen beeinflussen Bakterien uns ähnlich wie unser zirkadianer Rhythmus. So ziemlich überall und jederzeit. Der Mikrobiom-Markt ist in den letzten Jahren nicht nur gewachsen – er ist explodiert.

Unser Mikrobiom interagiert mit uns tagtäglich und jeden Augenblick unter anderem mit den Stoffen, die es produziert. Dazu zählen Radikale, Endotoxine, aber auch wichtige Aminosäuren wie Tryptophan, Tyrosin, Vitamin B12 und vieles mehr. Glyphosat sorgt aber nicht einfach nur dafür, dass einige unserer Bakterien absterben. Andere Stämme – darunter opportunistische und potentiell schädliche – können Glyphosat verstoffwechseln und sich ausbreiten. Ist ihr Shikimisäureweg jedoch blockiert, wird das Überleben auf anderen Wegen gewährleistet und ungewöhnliche Beiprodukte fließen dadurch in unseren Körper. Drei davon sind p-Cresol, Ammoniak und Formaldehyd [1,2].

P-Cresol ist ein toxisches Phenol, das durch Clostridium Difficile bei Anwesenheit von Glyphosat produziert wird. Seine Effekte sind durchaus schädlich und beeinflussen unter anderem das Immunsystem, Blutgerinnung und unsere Herzfunktion [1]:

HUMAN EXPOSURE AND TOXICITY: p-Cresol, an end product of aromatic amino acids, is produced from food proteins by intestinal bacteria, and is detectable in blood, urine and feces. p-Cresol may contribute to atherosclerosis and thrombosis in patients with uremia. Higher serum levels of p-cresol in chronic kidney disease populations have been associated with increased cardiovascular mortality. p-Cresol reduced the spontaneous contraction rates of cardiomyocytes, and caused irregular cardiomyocyte beating. In acute p-cresol-poisoning and long-term exposure to cresol as in severe uremic patients, p-cresol may potentially inhibit blood clot formation and lead to hemorrhagic disorders via inhibition of platelet aggregation. p-Cresol may play a role in the immune defect of uremic patients. Studies on the induction of unscheduled DNA synthesis showed p-cresol to be positive in human lung fibroblast cells in the presence of hepatic homogenates.

Ammoniak ist ein Gas, das selbst bei Menschen mit gesunder Darmpermeabilität problemlos durch die Darmwand und in unseren Körper eindringen kann [1]. Eine kleinere Menge an Ammoniak-Produktion in unserem Darm ist mehr oder weniger normal. Während unsere Bakterien damit weniger zu tun haben, können im Darm manche Nährstoffe, die mit Glyphosat belastet sind (Weizenprodukte als Beispiel) zu einer indirekten Ammoniak-Produktion führen. Der Vorgang ist etwas komplexer [1]:

Thus, it seems possible that glyphosate would be drawn to the ammonia released when the glutamine residue is deamidated by transglutaminase, and then the ammonium glyphosate would react with the lysine residue, releasing the ammonia and resulting in the binding of glyphosate to the lysine residue. This would yield a gluten fragment bound to glyphosate that is likely highly allergenic.

Anscheinend entsteht also nicht nur vermehrt Ammoniak – auch Unverträglichkeiten und Autoimmunitäten scheinen durch Glyphosat stark beeinflusst zu werden. Indem Glyphosat mit den Nahrungsbestandteilen interagiert und sich daran bindet, wäre es laut den angegebenen Studien sehr wahrscheinlich, dass allergische Reaktionen verstärkt provoziert werden können. Eine Korrelation wäre zumindest möglich. Insbesondere wenn man darüber nachdenkt, wie sehr vergleichbare Erkrankungen seit den 70er Jahren (Glyphosat ging etwa 1974 auf den Markt) angestiegen sind. Selbst wenn Glyphosat nicht der einzige Strippenzieher wäre und man über Kausalitäten und Korrelationen denken kann, was man mag – die Daten vor allem in Teil 2 bekräftigen solche Vermutungen eher. Vor allem ist diese Herangehensweise eventuell sinnvoller, als grundlegend Nahrungsmittel zu verteufeln. Egal ob rotes Fleisch, Milch, Lektine, Obst, Weizen oder andere Nahrungsmittel. Solange wir durch Giftstoffe, Haltung und genetische Veränderungen Nahrung auf der einen Seite „misshandeln“ und auf der anderen Seite durch unseren Lebensstil unsere eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, sollten wir uns wahrscheinlich nicht über Autoimmunität und andere Erkrankungen wundern.

Während unser Darm davon stets ein wenig produziert, ist Ammoniak bei vermehrter Produktion kein Spaß für uns. Zwar stellt das folgende Bild Symptome einer akuten Vergiftung dar, doch sind leichtere, chronische Symptome und eine chronische Belastung unserer Organe sicherlich kein Spaß und bedingt vergleichbar. Vermutlich wissen die meisten Menschen, dass Ammoniak kein „Superfood“ ist. Unter anderem stehen Alzheimer, Autismus und Enzephalopathie mit Ammoniak in Verbindung [1,2,3].

Ammoniak Wikipedia

Formaldehyd ist sicherlich nichts, das wir exzessiv im Körper haben möchten. Alleine seine Eigenschaft, DNA zu schädigen (zu zerstören), ist Grund genug, es vermeiden zu wollen [1]. Kleine Mengen reichen laut angegebener Studie bereits aus, um signifikanten Schaden zu bewirken. Dr. Stephanie Seneff – eine Wissenschaftlerin die sich mehr als ausgiebig mit Glyphosat beschäftigt hatte, schrieb in einer ihrer beeindruckenden Arbeiten [1]:

Pseudomonas spp. is an opportunistic pathogen and an antibiotic-resistant Gram-negative bacterium that has been shown to be able to break down glyphosate to produce usable phosphate and carbon for amino acid synthesis, but a toxic by-product of the reaction is formaldehyde [37], which is neurotoxic, and low levels of formaldehyde can induce amyloid-like misfolding of tau protein in neurons, forming protein aggregates similar to those observed in association with Alzheimer’s disease [38].

Amyloid-Plaques sind schon seit einer (sehr) langen Zeit ein großes Thema – nicht nur bei Alzheimer.

Leber und C(yt)o.

Auch wenn wissenschaftliche Begriffe nicht immer spannend und leicht zu merken sind, CyP450 und Leber sollte man im Hinterkopf behalten. Enzyme für den CyP450 (Cytochrome P450) Pfad der Leber werden durch Glyphosat behindert [1,2]. CyP450 spielt unter anderem eine gewaltige Rolle bei der körpereigenen Entgiftung [1].

As mentioned previously, glyphosate has been shown to suppress CYP enzymes in plants (Lamb et al., 1998) and animals (Hietanen et al., 1983). A study on rats demonstrated that glyphosate decreased the levels of CYP enzymes and monooxygenase activities in the liver and the intestinal activity of aryl hydrocarbon hydroxylase (Hietanen et al., 1983).

CYP enzymes are essential for detoxification of many compounds in the liver (Lindros, 1997). Intraperitoneal exposure of rats to Roundup in acute doses over a short time interval induced irreversible damage to hepatocytes and elevated urinary markers of kidney disease. This was associated with lipid peroxidation and elevated levels of the inflammatory cytokine tumor necrosis factor (TNF-α) (El-Shenawy, 2009).

Wir nehmen sprichwörtlich ein Gift zu uns, das in der Leber dafür sorgt, dass wir schlechter endogen entgiften können. Tagtäglich bekommen wir durch die Luft, das (Trink-)Wasser, unsere Lebensweise (Tabak, Alkohol etc.) und nicht zuletzt natürlich durch unsere Nahrung selbst regelmäßig Giftstoffe ab, gegen die unser Körper standhalten muss. Viele Nährstoffe/Mineralien unserer Nahrung sind im Grunde genommen für uns toxisch, aber notwendig. Wir brauchen sie trotzdem und aus diesem Grund besitzt ein gesunder Körper die notwendigen Werkzeuge, um uns vor Schaden zu schützen – vorausgesetzt sie werden nicht aus irgendeinem Grund ausgeschaltet. In allen aufgeführten Quellen ist wie bereits weiter oben angesprochen heutzutage auch Glyphosat unter Umständen enthalten. Chronisch geschwächt machen wir es unserer Leber und unserem Körper deutlich schwerer, uns zu schützen. Immerhin wären wir in der Lage Fettdepots in unserem Körper aufzubauen, um dort die ganzen Toxine isoliert im Körper zu verschließen. Zumindest besteht schon seit einiger Zeit die Hypothese, dass wir an Körperfett zulegen, um Toxine in den Fettzellen zu verschließen [1]. Stellt sich die Frage, was dann bei belasteten Menschen während einer Radikal-Diät passiert?

Doch das ist nicht alles. Weitere Mechanismen der Leber werden signifikant beeinflusst und die folgenden Daten machten es zugegebenermaßen schwer, neutral zu bleiben, vorausgesetzt die vorgelegten Daten stimmen.

CyP27A ist ein Untertyp-Cytochrom von CyP450, welches für die Produktion von Gallensäure verantwortlich ist. Während Gallensäure für viele lediglich etwas zu sein scheint, das Fette aus unserer Nahrung emulgiert, steckt hier weitaus mehr dahinter [1]:

Impaired gallbladder bile acid production (Colombato et al., 1977) and biliary cirrhosis, an inflammatory liver disease characterized by obstruction of the bile duct (Dickey et al., 1997), have been shown to co-occur with celiac disease. CYP enzymes are crucial in the production of bile acids (Lorbek et al., 2012). An obligatory CYP enzyme in bile acid synthesis, CYP27A, has been identified as being identical to the mitochondrial vitamin D3 activating enzyme (Wikvall, 2001). In (Kemppainen et al., 1999), 64% of men and 71% of women with celiac disease were found to be vitamin D3 deficient, manifested as low spinal bone mineral density. Celiac disease is associated with impaired gall bladder function and decreased pancreatic secretions (Brown et al., 1987; Benini et al., 2012) along with recurrent pancreatitis (Patel et al., 1999). Abnormalities in bile acid secretion have been found in children suffering from celiac disease (Ejderhamn et al., 1992).

[…]The liver converts 1,25(OH) vitamin D3 to the active form, 25(OH) vitamin D3, using CYP27A (Ponchon et al., 1969; Sakaki et al., 2005), which might be disrupted by glyphosate exposure, given its known interference with CYP function in mice (Hietanen et al., 1983).

Vitamin D Mangel ist eine weltweite Pandemie. Abhängig von den untersuchten Ländern, sind 91% der Bevölkerung unterversorgt und selbst im Spitzensport gibt es in manchen Bereichen wie Basketball bis über 90% der Athleten mit einem Vitamin D Defizit [1,2]. Das Schlimme dabei ist nicht mal, dass Glyphosat die Speicher entleeren würde – es hindert unsere Leber daran, aktives Vitamin D zu produzieren und würde uns damit sogar trotz starker Supplementierung das Leben deutlich schwerer machen.

Glyphosat hat offensichtlich beträchtliche Einflüsse auf viele Vorgänge der Leber. Entgiftung und Vitamin D sind dabei zwei Beispiele. Nicht zuletzt hat die Leber aber auch ein großes Wort bei der Cholesterin-Synthese und Verwendung mitzureden. Cholesterin ist heutzutage bekannt für seine zentrale Rolle in sehr vielen Bereichen und hat sogar langsam sein offizielles Stigma als „schlecht“ verloren. Verantwortlich unter anderem für die Produktion von Sexualhormonen, Östrogen/Testosteron-Balance, Progesteron, Cortisol und anderen wichtigen Hormonen, spielt Cholesterin eine tragende Rolle für unsere körperliche, reproduktive, mentale und kognitive Gesundheit[1,2]:

[…] Disruption of Cyp7A1, involved in bile acid synthesis in mice, induces elevated serum cholesterol and early death.

A link has been established between celiac disease and non-alcoholic fatty liver, which is likely due to the liver’s inability to export cholesterol sulfate through the bile acids due to impaired CYP enzymes (Lorbek et al., 2012). 

Seneff geht neben der Aktivität von Leber und C(yt)o. noch auf eine weitere Eigenschaft von Glyphosat ein, durch die es für weitere Mangelerscheinungen und anderen Effekte sorgen kann. Das wird jedoch Thema von Teil 2 sein. Kollagen, Mangan, Cobalamin, Glycin, Chelation und Mikronährstoffe wären ein paar Schlagworte.

Der Kontext:

Wenige Wissenschaftler wie Seneff sprechen sich so aktiv gegen die Verwendung von Glyphosat aus. Während Deutschland weniger belastet ist als Amerika (alleine dadurch, dass wir keine genetisch veränderten Nutzpflanzen verwenden), reichen chronisch minimale Mengen im Körper des Menschen bereits aus, um signifikante Wirkungen zu erreichen. Dass wir Glyphosat für die nächsten 5 Jahre in irgendeiner Art und Weise verwenden, sollte als bedenklich eingestuft werden. Selbst wenn nur ein Teil der hier aufgeführten Wirkungen zutreffen würde, wäre es Grund genug, Glyphosat um jeden Preis zu vermeiden. Dass inzwischen Tampons, Muttermilch und Windeln Spuren von Glyphosat enthalten, ist weder lustig, noch ein Scherz.

Teil zwei führt die Studienlage weiter fort. Darmbakterien, toxische Phenole, Ammoniak, Formaldehyd, Cholesterin, Gallensäure, Vitamin D, Autoimmunität, Sexualhormon-Imbalancen und inflammatorische Reaktionen/ Schäden an Organen sind schließlich noch nicht das Ende der potentiellen Fahnenstange. Weitaus mehr Studien liegen zu Glyphosat vor und vor allem ein Effekt ist nicht nur offiziell bekannt, sondern auch verantwortlich für die meisten schon bereits hier dargestellten Ergebnisse. Das wird aber Thema des zweiten Abschnitts.

Moritz von der Borch

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