Krankheit Serie: Was wissen wir denn schon !? – Teil 2: Krebs

Was wissen wir eigentlich über Krebszellen und die Therapie von Krebs?

Krebs Therapie

Jeder hat sie, keiner will sie – Krebszellen

Das Grobe:

Krebs kommt unerwartet, ist für viele nicht wirklich greifbar und wie ein ferner Alptraum, den man sich nur dunkel vorstellen kann. Daran sind die Gene schuld, sagt man. Krebs bekommen immer „die Anderen“. Im Internet findet man eine Armee an Blogsoldaten, die über krebserregende Stoffe schreiben. Natürlich achtet man auf seine Gesundheit. Nicht nur für sich – auch für sein Umfeld, seine Familie und Freunde.

Auf einmal trifft es einen dann doch. Aus heiterem Himmel und obwohl man auf seine Gesundheit geachtet hat, sich „richtig“ ernährt hat und Zigaretten nie angerührt hat. Die Diagnose trifft einen wie einen Schlag ins Gesicht. Der unbehagliche Gedanke, gerade ein Todesurteil erhalten zu habe, schiebt die eigene Realität ein Stück weit nach links.

Jetzt bin ich natürlich kein Arzt und habe keine medizinische Ausbildung. Daher – bevor ich anfange, meine Meinung über Krebs und seine Entstehung zu äußern muss ich Folgendes wiederholen und betonen:

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! www.yourfunctionalmedicine.com und Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Zusätzlich möchte ich in diesem Beitrag auf die Limitierungen der hier aufgeführten Ansätze zur Behandlung von Krebs hinweisen, die im „Kontext“ inklusive zweier Studien [12,13] angegeben wurden.

Krieg gegen Krebs

Seit 1971 fließen Unmengen an Geld in den „War on Cancer“, damals initiiert durch Nixon. Seitdem sind allein in Amerika gewaltige Summen an Geld (wir reden über eine halbe Trillionen an Dollar) in die Krebsforschung gepumpt worden. Was ist seitdem passiert? Gilbert Ling hatte das wie folgt zusammengefasst (gesamten Text findet ihr hier):

The unaltered or crude cancer death rate per 100,000 US population for the year 1970 is 162.8. Multiply this rate by the US population of that year, 203,302,031 and divide by 100,000, we obtained the total cancer deaths of that year, 330,972. Divide this number by the number of days in a year, we obtain the average number of Americans who died of cancer in 1970 at 907.

Twenty years later, the unaltered cancer death rate for the year 1990 is 505,322, the total population, 248,709,873. The cancer death rate per 100,000 population rose to 203.2. The daily cancer death rate was 1384.

Another six years later, the unaltered estimated total cancer deaths for 1996 was 554,740, the estimated population for that year is 264,755,000. The cancer death rate per 100,000 population for 1996 is 209.5.The daily cancer death rate rose to 1520.

The total number of unaltered cancer deaths in 1997 is 564,800; the US population was 268,921,733. The cancer death rate per 100,000 population for 1997 was 210.0. The number of cancer death per day was 1547.

Obwohl wir also jährlich viel investieren, um aus der Welt einen besseren Platz zu machen, scheinen wir zu verlieren. Ist aber Krebs ein genetisches russisch Roulette? Wer ist eigentlich Otto Warburg? Gibt es eine Verbindung zwischen Krebs und Ernährung?

Fangen wir am besten damit an uns zu erklären, was Krebs eigentlich ist.

Jeder Mensch hat Krebs?

Wenn man sich den derzeitigen Stand der Wissenschaft zu Krebs ansieht, entsteht folgendes Bild: Unser Körper ist ständig am Arbeiten. Ohne Ende werden Zellen (und damit Gewebe) auf- und abgebaut. Wenn es um das Zerstören von Zellen geht, ist Apoptose ein zentraler Faktor.

Unsere Zellen sind ziemliche Patrioten. Haben sie sich selber aufgearbeitet oder sind durch bestimmte Faktoren beschädigt, signalisieren sie von innen heraus ihre eigene physiologische und kontrollierte Zersetzung. Das ist, einfach erklärt, die Apoptose und findet früher oder später in jeder Zelle statt. So kommt es zu keiner Wucherung von Zellen und alles bleibt im Gleichgewicht. Tumorsuppressoren sind dabei die „Wächter der Gene“ einer Zelle und entscheiden zwischen Reparatur, oder Zelltod.

Das funktioniert so lange – so die gängige Theorie zu Krebs – bis eine Zelle durch eine Mutation seinen eigenen Wächter ausknipst und es zur Vermehrung der Zelle mit dieser Mutation kommt. Die Nachkommen haben denselben Defekt. Immerhin gibt es mehr als einen Tumorsuppressor und das ganze Bild hält noch zusammen. Was ist aber, wenn die Zelle eine weiteren Schutzmechanismus durch Mutation zerstört und das von den Nachkommen wieder übernommen wird und so weiter…?

Der Titel dieses Abschnitts ist übrigens auch keine Panikmache. Mutationen von Zellen sind in jedem Menschen vorhanden. Wenn gewaltige Massen an Zellen sich ständig vermehren, entstehen Fehler in der Produktion. Zellen sind schließlich auch nur Menschen. In der Regel kommt unser Körper via Apoptose, Autophagie oder (pathologisch) Nekrose damit zurecht.

Meiner Meinung nach gibt es daher im Moment drei Fragen, die man sich zum Thema Krebs stellen sollte:

– Ist dieses Hypothesengerüst aktuell und nachweisbar?

– Wie signalisieren Zellen und ihre Innereien ihren Wunsch nach Zelltod?

– Was beeinflusst die Mutations-Rate von Zellen?

Stimmt die oben erzählte Geschichte, wären Mutationen im Zellkern der eigentliche Ursprung von Krebs und unsere Lebendigkeit würde ziemlich stark von der Mutationsstimmung unserer Zellen abhängen. Krebs wäre somit ein unangenehmer Zufall. Zellen mit den benötigten Mutationen im Zellkern würden sich vermehren und wir hätten eine möglicherweise tödliche Wucherung, die in uns anfängt zu wachsen und seinen Raum fordert..

Wissenschaftler kommen aber gerne mal auf interessante Gedanken. So wurde zum Beispiel gesunden Zellen der Zellkern einer Krebszelle implantiert, um diese These zu stützen. Seltsam war jedoch, dass diese Zelle völlig normale Zellen produzierte, als wäre nichts gewesen. Nun, das war sicherlich seltsam. Sind Mutationen in der DNA des Zellkerns nicht der Grund für die Entstehung von Krebszellen? Seltsamer wurde es jedoch, als man den Spieß umdrehte und einer Krebszelle einen gesunden Zellkern implantierte. Obwohl die Zelle jetzt gesunde DNA im Kern besaß, produzierte sie Krebszellen. Irgendwas schien also nicht zu stimmen. War Krebs nun doch keine Krankheit durch Mutation der DNA im Zellkern?

Krebszellen: Zellkern vs. Mitochondrien

Enter Doug Wallace

Wallace brachte die gesamte Diskussion auf ein völlig neues Level. Was, wenn Erkrankungen die mit einem Mangel an Energieeffizienz in Verbindung stehen, nichts mit Mutationen der DNA im Zellkern, sondern hauptsächlich mit der DNA in den Mitochondrien zu tun haben? Diese Behauptung hätte enorme Effekte auf unsere Sicht von Krankheiten wie Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Parkinson, Einschränkungen des reproduktiven Systems, Übergewicht, Diabetes, COPD… und auch Krebs. Alles Erkrankungen des bioenergetischen Systems?

Tja, Doug Wallace war so frei und hatte genau das bewiesen.

Einfach zusammengefasst: Mutationsraten der DNA in den Kraftwerken unserer Zellen (Mitochondrien) werden als Heteroplasmierate bezeichnet. Je defekter die Mitochondrien einer Zelle sind und je mehr mutierte Mitochondrien in einer Zelle schwimmen, umso höher ist die damit verbundene Rate der Heteroplasmie. Bis zu einer gewissen Menge kommt unser Körper mit Heteroplasmie zurecht. Übersteigt der Wert jedoch einen gewissen Schwellenwerte, zeigen sich je nach Stärke in den verschiedenen Teilen unseres Körpers Erkrankungen. Der Körper wird Energieineffizient.

(Heteroplasmie ist so neu, dass sogar mein Rechtschreibprogramm es als Fehler markiert!)

Das ist eine ziemlich große Sache, wenn man daran denkt, dass Zellen, Bakterien und Mitochondrien Energie benötigen, um ihren Gen-Code zu reproduzieren, DNA in RNA umzuwandeln und daraus Proteinstrukturen zu bauen. Wie gut, meint ihr, läuft das alles ab, wenn man den Stecker zieht?

Je höher die Heteroplasmie-Rate der Mutter, desto wahrscheinlicher ist es übrigens auch, dass das Kind mit Krankheiten oder anderen Vorbelastungen auf die Welt kommt (Autoimmunität etc.), oder es zu einer Fehlgeburt kommt (wie in dem oben angegebenen Video dargestellt). Das liegt daran, dass die mitochondriale DNA ausschließlich von der Mutter übernommen wird. Männer haben’s mal wieder leichter!

Das macht unsere kleinen Energieproduzenten in unseren Zellen ziemlich wichtig, findet ihr nicht?

Was kann denn diese Heteroplasmie beeinflussen wäre also der nächste Gedanke, richtig?

Einfach ausgedrückt so ziemlich alles, was Mitochondrien effektiver macht in dem, was sie tun – nämliche Energie/ATP produzieren und alles, was defekte Mitochondrien recyclen kann (Autophagie bzw. Mitophagie im Sinne unserer kleinen Energieschlingel), oder diesen Vorgang stimuliert und reguliert.

Wir wissen aber noch mehr über die Produktion von ATP in Tumorzellen. Lasst uns doch mal über fermentierende Zuckerzellen mit Bläh-Mitochondrien reden (bitte was?). Wechseln wir doch mal von Wallace zu Warburg!

Krebs und Mitochondrien

Enter Otto Warburg

Otto Warburg fand 1931 etwas Ungewöhnliches über Tumorzellen heraus. Obwohl genug Sauerstoff den Zellen zur Verfügung stand, produzierten sie Laktat. Laktat entsteht bei der anaeroben Glykolyse – also der Verstoffwechselung von Glukose (Zucker) in den Zellen außerhalb der Mitochondrien unter Sauerstoffarmut (vergleichbar mit dem Vorgang der Fermentierung). Sowohl aerobe, aber insbesondere anaerobe Glykolyse waren stark erhöht (100-200 fach höher) in Tumorzellen.

Impared mitochondrial respiration, with compensatory fermentation

(Otto Warburg)

Was inzwischen zu Mitochondrien in Krebszellen bekannt ist, lässt sich auf ein paar zentrale Informationen zusammenfassen:

1. Mitochondrien sind energieineffizent und hypoxisch in Krebszellen

2. Die Menge an Mitochondrien in Krebszellen ist reduziert

3. Krebszellen produzieren Energie fast ausschließlich über anaerobe Glykolyse

4. Krebszellen haben eine stark erhöhte Menge an Insulin-Rezeptoren

5. Mitochondrien in Krebszellen schwellen aufgrund Punkt 1 an (werden größer)

Dabei sollte ich vermutlich auf Punkt eins ein wenig weiter eingehen. Die Stellen, an der die Mitochondrien ihre Proteinstrukturen zur oxidativen Phosphorylierung besitzen (ihr wisst schon, diese Reihe von Komplex 1-5, an der ATP produziert wird und so) wird generell Cristae genannt. Die Cristae zersetzt sich in Tumorzellen und die Mitochondrien schwellen an, was die Produktion von Energie auf normalem Weg fast komplett behindert und jegliche Energiebereitstellung hauptsächlich über anaerobe Glykolyse außerhalb der Mitochondrien laufen lässt. Krebszellen können mit Sauerstoff also nur noch wenig anfangen und Kohlenhydrate werden im Zytosol mit erbärmlicher Ausbeute an ATP auf Hochtouren produziert. Durch den dadurch resultierenden Energiemangel aktiviert die Zelle verzweifelt Onkogene und versucht über Glutaminolyse und Glykolyse die Produktion von Energie hoch zu halten, während gleichzeitig durch diesen Vorgang die Tumorzellen wachsen (das war jetzt sehr knapp beschrieben, soll aber nur als Seiteninformation dienen, wie sich Krebszellen schnell vermehren). Es wurde auch bereits gezeigt dass die Anwesenheit von gesunden Mitochondrien die Aktivierung von Onkogenen in einer Zelle unterdrücken können (vergesst nicht, dass wir nicht ein Mitochondrion, sondern bis zu 1000 Mitochondrien je nach Zelle besitzen). Erst wenn der Großteil der Mitochondrien dieser Zelle nicht mehr ausreichend funktionstüchtig sind und keine Radikale als Signal mehr durch oxidative Phosphorylierung zustande kommen (dazu später mehr), wird es gefährlich. Fette kann die Krebszellen in diesem Zustand dann überhaupt nicht mehr verstoffwechseln – die benötigen schließlich Sauerstoff und gesunde Atmungsketten…

Die Achilles-Fersen von Tumorzellen

Hey Moment!

Fette sind von Krebszellen nicht mehr zu verstoffwechseln? Heißt das, dass Krebszellen unter dem Entzug von Glukose (und Glutamin…) langsam verhungern? Nun – es ist ja nicht so, dass es dazu keine Studien gäbe, die das ganze sehr vielversprechend machen[1,2,3,4,5,6,7]. Fastet der Mensch über eine längere Dauer, fängt der Körper langsam an, Ketonkörper in der Leber zu produzieren. Diese Ketonkörper sind fast vom gesamten Körper als Energiesubstrat verwendbar (die Leber versorgt sich selbst durch die minimale Produktion von Glukose). Tumorzellen besitzen diesen Stoffwechselpfad nicht mehr aufgrund oben beschriebener Zustände.

Fasten ist jedoch nicht die einzige Methode, um den Körper zur Ausschüttung von Ketonkörpern zu bringen. Durch eine Ernährungsumstellung auf 70% Energie durch Fette (oder mehr), moderate Proteinzufuhr und fast keine Kohlenhydrate (um 30 Gramm täglich), verfällt der Körper aus Mangel an Glukose in eine nahrungsinduzierte Ketose (ketogene Ernährung). Und um ehrlich zu sein, schmeckt eine ketogene Ernährung ziemlich gut, wenn man es sich nicht zu kompliziert macht. Ein ketogener Zustand wird durch die Zufuhr von MCTs (Medium Chained Triglycerides oder mittelkettige Triglyzeride) übrigens stark gefördert[8]. MCTs sind insbesondere in Kokosfetten oder speziellen MCT-Ölen enthalten, die man sich ohne Rezept online oder in beispielsweise Reformhäusern kaufen kann.

Dabei sollte betont werden, dass viele eine ketogene Ernährung falsch angehen und nicht einmal testen, ob sie tatsächlich in Ketose sind. Bei Fragen könnt ihr mich gerne kontaktieren. Leider bin ich so arrogant zu behaupten, dass ich ein ganz gutes Verständnis davon habe.

Wie im Beitrag über Diabetes bereits geschrieben sorgt ein starker Fluss von Elektronen über die Atmungskette der Mitochondrien generell zu einer starken Energieproduktion und ausreichend ATP, das mit Wasser und Proteinstrukturen interagieren kann (vorausgesetzt natürlich wir haben ausreichend Sauerstoff als Elektronen-Akzeptor bei Komplex 4).

Auch die Expression von Genen wird durch Beta-Hydroxybutyrat (ein Ketonkörper) beeinflusst. So wirken beispielsweise Ketonkörper hemmend auf Histon-Deacetylasen, die eine wichtige Rolle in der Krebsforschung und dem Wachstum von Tumorzellen haben[9].

Zusammengefasst hemmt eine ketogene Ernährung die Energieversorgung und Vermehrung von Krebszellen. Längerfristig scheint sie bei der Bekämpfung von Krebszellen durch seine Effekte auf den Stoffwechsel und die Expression von Genen (zusätzlich zu einer konventionellen Therapie) sehr hilfreich und vielversprechend zu sein…

Wisst ihr eigentlich, wie Zellen ihren eigenen Zelltod signalisieren?

Apoptose ist ein programmierter Tod der Zelle (Suizid). Um die Apoptose zu starten beginnt die Zelle eine chemische Reaktionsfolge, mit dem eigenen Zelltod als Ergebnis.

Autophagie ist ein Vorgang in dem die Zelle einen Teil ihrer eigenen Komponenten in seine Einzelteile zerlegt und zerstört. Dies soll generell helfen, ein Gleichgewicht an neuen und alten, beschädigten Bestandteilen zu sichern.

Sauerstoff signalisierter Suizid:

Krebszellen sind nicht bösartig und wollen dem Körper schaden. Das mag lächerlich klingen, doch weiß ich, dass viele sich eine Krebszelle mit bösem Smiley oder ähnlichem vorstellen (stimmt’s?). Krebszellen sind einfach gesagt defekte Zellen, die über sich selber nicht wissen, dass sie defekt sind und vergeblich versuchen zu arbeiten, ohne das eigene Signal zum Abdanken zu bekommen. Wie weiter oben beschrieben wurde, sind Krebszellen hypoxisch. Ihnen fehlt Sauerstoff und genau dieses Molekül hat einen Effekt auf Zellen. Während der oxidativen Phosphorylierung in den Mitochondrien entstehen reactive oxygen species (Radikale, ROS), die nicht nur ein Abfallprodukt einer Zelle sind und ihr „schaden“, sondern auch Signalfunktionen haben. Wird eine gewisse Menge an ROS innerhalb der Mitochondrien produziert sorgt ein Signal zur Reparatur – oder eben zur Apoptose, Autophagie oder Mitophagie (Zerstörung/Recycling der Zellen). Krebszellen haben sowohl proapoptotische Signale wie antiapoptotische Signale, während letzeres überwiegt und die Zelle am Zelltod hindert.

Bildlich gesprochen sitzt ein loyaler und motivierter Arbeiter mit Fettleibigkeit, massivstem Burnout und Kopfhörern vor seinem Fließband und hechelt vergeblich seiner Arbeit hinterher. Die produzierten Ergebnisse sind von spärlicher Qualität und schaden dem Unternehmen.

Ein Grund, warum Tumorzellen vom Körper nicht zerstört werden, ist also der Mangel an ROS, die die Zelle als Signale bei der Produktion von ATP produziert. Wie gut, dass es hyperbare Oxygenierung (HBO) gibt. Bei der therapeutischen Anwendung von Druck und medizinisch reinem Sauerstoff wir der Körper für eine gewisse Zeit mit Sauerstoff geflutet. Wird das ganze korrekt überwacht vermeidet man auch epileptische Anfälle und ähnliches – also bitte nicht anfangen zu Hause mit Druck und Sauerstoff zu spielen…

Die Reviews von Studien zu HBO sind bezüglich ihrer Effektivität im Alleingang etwas gespalten [10]. So scheint HBO bei manchen Krebsarten wie Brustkrebs gute Ergebnisse zu erzielen und bei anderen wie Blasenkrebs weniger überzeugend zu wirken. Das klingt irgendwie so, als wäre mehr dahinter… Gut zu wissen ist, dass inzwischen mehrfach belegt wurde, dass die Therapie mit HBO nicht zu einer – wie teils befürchtet – Verstärkung des Krebszellenwachstums führt (Sauerstoff wirkt stimulierend auf Zellwachstum und wird auch von Krebszellen zur Profilierung benötigt).

Sauerstoff Ketose Krebs

Diese Bild hatte ich aus einem Vortrag von Dominic D’Agostino entnommen (seht euch das Video an – eine Stunde gepackt mit wichtigen Informationen über die Behandlung von Krebs). Auf der Abbildung wurde die Behandlung von markierten Krebszellen mit Ketose, HBO oder beiden Therapieansätzen zugleich dargestellt. Mehr muss ich dazu vermutlich nicht sagen, oder? Seht euch bitte das Video an, wenn Englisch für euch keine Barriere ist.

Krebszellen benötigen Sauerstoff um sich zu vermehren. Laut den durchgeführten Experimenten ist Sauerstoff jedoch für Krebszellen durch ROS Produktion in den Zellen und einer damit verbundenen Lipidperoxidation in der richtigen Dosis tödlich (zerstört die Zellen), während gesunde Zellen die Behandlung mit HBO tolerieren können. Die Dosis macht das Gift (oder das Heilmittel). Durch den Schub an Radikalen scheint das notwendige Signal getriggered zu werden (mehr proapoptotische Signale) und die Krebszelle initiiert ihre eigene Apoptose.

Vermutlich (und das ist meine eigene Vermutung) hat ein verstärkter Fluss von Elektronen über die Elektronen Transport Kette (Ketose und andere Werkzeuge), in Verbindung mit einer größeren Menge an Sauerstoff als terminaler Elektronen-Akzeptor an Komplex 4 sogar einen synergistischen Effekt bei gesunden Zellen und damit auf den Körper.

Der Kontext:

Egal ob gut- oder bösartig. Nach diesem Text sollte klar sein, dass Krebs uns ein paar wichtige Informationen zu unserem höchstpersönlichen Zustand gibt. Krebs scheint offensichtlich nicht ein Zufallsprodukt zu sein.

Sowohl Ketose als auch HBO sind keine gefährlichen Behandlungsmethoden und zeigen vielversprechende Ergebnisse. Wer dem Video von Dominic D’Agostino gut zugehört hatte, ist auf seine vorsichtige Anmerkung aufmerksam geworden, dass Strahlung einen stark negativen Effekt auf Mitochondrien haben kann (klickt doch bitte einfach mal diesen Link an). Auch gibt es Studien die eine Verbindung zwischen Chemotherapie und Heteroplasmie herstellen [11].

Natürlich hat alles seine Grenzen und Wissenschaft ist ein sich ständig wandelnder Prozess voller Fallstricke. Die Behandlung von Krebs durch eine Veränderung der Ernährung (Ketose), oder die Verwendung von HBO ist nicht das Ende der Geschichte. Manche Krebsarten sind schwer, wenn überhaupt, mit solchen Mitteln zu bekämpfen [12,13] (bitte lesen). Solche Funde sollten einen, trotz der allgemeinen Euphorie über alternative Behandlungsmethoden, wieder auf den Boden der Tatsachen bringen und absolute Äußerungen über neue Einsichten in ihrer Vollkommenheit einschränken. Dennoch geben die hier aufgeführten Zusammenhänge eine mögliche neue Sichtweise in Bezug auf die Herangehensweise und potentielle Behandlung von Krebserkrankungen.

Heteroplasmie kann durch unser Umfeld und uns selbst sowohl positiv, als auch negativ beeinflusst werden. Wir haben also eine Menge selbst in der Hand und müssen mit dem neuen Wissen erneut entscheiden, was, wie und warum unser Leben verändert. Auch andere Zusammenhänge rücken jetzt in den Vordergrund. Was hat Licht, die Sonne und der photoelektrische Effekt mit Elektronen und der Elektronen Transport Kette zu tun? was ist Anti-Angiogenese? Beeinflussen Melatonin und ein guter Schlaf nicht Autophagie? Was ist eigentlich ein Redox-Potential? Sorgt Kälte nicht zu einer Steigerung der Energie-Effizienz von Mitochondrien? Wie entstehen eigentlich „gute“ Radikale? Und warum ist es eine gute Idee gelegentlich barfuß auf dem Rasen zu gehen?

Moritz von der Borch

Gründer

Daumen hoch!

Das ist es mir wert!

Mehr davon!

In Vorfreude auf Fortsetzung!

Warum Trinkgeld?

All die Informationen, die ich – übrigens neben meiner normalen Berufstätigkeit – auf dieser Seite für euch aufbereite und zur Verfügung stelle, sind immer das Ergebnis von sehr arbeitsintensiven Tagen oder gar Wochen -> für Recherche (Studien, Interviews,..), Formulieren, Gegenlesen, etc… Alternativ könnte ich mein so erarbeitetes Wissen natürlich auch (..und lukrativer..) ausschließlich in meiner Eigenschaft als Personal Consultant in Einzel-Beratungen weitergeben.

Das ist aber nicht mein Ansatz! Mir ist vor allem auch wichtig, möglichst viele Menschen zu erreichen, die von den hier gesammelten Informationen, von der Kenntnis über wissenschaftlich neu gefundene Resultate und ihre Konsequenzen profitieren könnten.

Damit die Informationen weiterhin für euch frei zugänglich bleiben können, ohne dass ihr alle fünf Sekunden von Pop-Ups belästigt werdet, gehe ich andere Wege.
Beispiel: Produkte, die ich persönlich empfehlen kann, werden hier mit Vorteil für jeden und Nachteil für keinen angeboten.
Das heißt: Wenn ihr über meine Site einkauft – also, wenn ihr z. B. eine Empfehlung auf meiner Site anklickt (Bücher, Brille, etc..) und auf der dann neu geöffneten Website anschließend in Kontinuität einkauft (dabei muss es sich  n i c h t  um das von mir empfohlene Produkt handeln..), profitiere ich und das ganz ohne irgendeinen Nachteil für euch.
Als Faustregel zum sog. Trinkgeld gilt in Deutschland:
„Man sollte, muss aber nicht. Einigkeit besteht aber darüber, dass es für gute Leistung auch ein gutes Trinkgeld geben sollte.“

Warum Trinkgeld:

All die Informationen, die ich auf dieser Seite zur Verfügung stelle sind eine Heidenarbeit. Viele Beiträge haben zum Teil eine Bearbeitungszeit von 20-30 Stunden, wenn man die ganze Recherche, die Formulierung, das Gegenlesen und so weiter hinzuzählt. Das ist schon bald eine ganze Arbeitswoche neben meiner normalen Arbeit. Natürlich könnte ich auch alles für mich behalten und nur in persönlichen Beratungen Informationen preisgeben. Ist das aber der Sinn hinter dem Ganzen? Wie vielen Menschen werden dadurch im Vergleich erreicht?

Um weiterhin die Möglichkeit zu haben, Informationen frei zugänglich zu machen und euch nicht alle fünf Sekunden mit Pop-Ups zu bespringen, gehe ich andere Wege. Produkte die ich empfehlen kann, biete ich mit Vorteil für jeden an. Wenn ihr über diese Seite bei Amazon einkauft, profitiere ich, ohne euch zu schaden.

Das Trinkgeld ist wie im Restaurant. Wurde man gut bedient, zeigt man seine Anerkennung, richtig?

Empfehlungen

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Referenzen:

[1] http://carcin.oxfordjournals.org/content/35/3/515.short

[2] http://www.andjrnl.org/article/S0002-8223(95)00189-1/abstract

[3] http://www.nature.com/ejcn/journal/v67/n8/full/ejcn2013116a.html

[4] https://nutritionandmetabolism.biomedcentral.com/articles/10.1186/1743-7075-4-5

[5] https://bmccancer.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2407-8-122

[6] http://www.plefa.com/article/S0952-3278(03)00221-7/fulltext

[7] http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07315724.1995.10718495

[8] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1245892

[9] http://www.cell.com/trends/endocrinology-metabolism/pdf/S1043-2760(13)00156-2.pdf

[10] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3510426/

[11] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12886229

[12] https://www.sciencedaily.com/releases/2013/01/130131144427.htm

[13] http://www.nature.com/cr/journal/v25/n5/full/cr201538a.html

2 Kommentare zu “Krankheit Serie: Was wissen wir denn schon !? – Teil 2: Krebs

  1. Sehr schöner Beitrag. Macht mich neugierig, Deinen Blog gründlicher zu lesen.

    Den post drücke ich jedem Krebspatienten in die Hand.

    Und den Ärzt/-innen, die den Paradigmenwechsel weg vom alten genetischen Determinismus -Märchen zur Mitochondrien-Medizin noch nicht mitgekriegt haben.

    Take Home-Message: „It’s not in your genes.“ Was smarte Leute ja schon immer gesagt haben. Seufz!

    Z. B. Richard Lewontin (* 1929), Evolutionsbiologe und Genetiker. Und viele andere.
    Die hatten nur noch nicht die Datenberge der heutigen high tech Forschungsindustrie. Aber besseres Denken als die Gendeterministen-Fraktion. 😀

    https://www.amazon.de/Biology-as-Ideology-Doctrine-DNA/dp/0060975199/ref=pd_sim_14_1?ie=UTF8&psc=1&refRID=2KVCTFP8JN6NNXXBGT2X

  2. Schön, dass Sie die Arbeiten von Dr. Jack Kruse hier auch in deutscher Sprache zugänglich machen. Ich verfolge seine Arbeiten auch schon seit ein paar Jahren und kenne bis heute nichts vergleichbar Nachvollziehbares und Stimmiges. Ja, der Krebs ist auch so EIN Missverständnis EINER Spezies, die einfache Zusammenhänge mit EINER Verkettung von Vereinfachungen gleichsetzt und es als Therapie verkauft.

    Ich werde mich mal auf Ihrer Seite einlesen und bin sehr gespannt.


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