Ernährung Serie: Von Kalorien zur Quantenphysik – Teil IV: Ketose

Ketose – Abnehmen, Krebs und kontrollierter Hunger

Ketose

Ketose ist eine Ernährungsform mit Fokus auf die richtigen Fette und die Vermeidung von Kohlenhydraten. So seltsam das auch klingen mag, hat es erstaunliche therapeutische Effekte – ist aber nicht immer sinnvoll.

Alles begann vor etwa 40/50 Jahren, als einige Studien den Konsum von gesättigten Fettsäuren mit Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems und einem erhöhten Cholesterinspiegels in Verbindung brachten [1]. Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wurden postwendend überarbeitet und eine neue Ordnung, weg von fettigen Fingern, kam an die Macht. Der Markt passte sich an und bald gab es Frühstücksflocken mit extra wenig Fett und Light-Produkte boomten auf dem Markt. Alles für eine gesunde Gegenwart.

Was ist aber, wenn wir falsch lagen?

Aktuellere Vorträge und Studien im 21.Jahrhundert feuern furios gegen Zimtschnecken und Zuckersäfte[2]. Die stetig steigende Anzahl an Diabetikern, Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems, neurodegenerative Erkrankungen und sogar Krebs stehen im Schatten des weißen Würfels. Der neue, alte – was auch immer Feind, sind die Kohlenhydrate. Egal ob Zucker aus Stärke, Limos oder Früchten – für den Körper ist alles fast das Gleische. Cholesterin dagegen erstrahlt (meiner Meinung nach zu Recht) in einem neuen, verständnisvollen Licht – nicht Cholesterin, so der neueste Stand der Wissenschaft. sondern oxidative Prozesse im Körper, ein erhöhter Blutzuckerspiegel und gerne auch ein wenig unser moderner Lebensstil sind daran schuld, dass mehr und mehr Menschen auf der Erde ungesund ins Schnaufen kommen. Erfolg hat dabei die ehemals dunkle Seite der Macht: Die Ketose.

Was ist das eigentlich?

Ketose ist gar nicht so neu, wie oben erwähnt. Mit gutem Erfolg wurde beispielsweise diese Ernährungsform bereits 20. Jahrhundert zur Behandlung von epileptischen Anfällen angewendet[3,4]. Ehemals verrufene Personen wie Dr. Atkins predigten schon früh vom freizügigen fetten Fleischvertilgen. Damals war er kontrovers gewesen – heute wäre er einer von Vielen. Mag sein, dass ich bisher den Anschein gebe, mich darüber lustig zu machen. Das mag aber eher daran liegen, dass wir verständnislos unseren Kopf schütteln über unsere Ernährungsformen von vor einigen Jahren, als hätten wir es doch schon immer gewusst. Sowas hinterlässt bei mir einen unangenehmen Geschmack im Mund. Wie dem auch sei – selber bin ich sogar ein großer Freund der Ketose – habe jedoch auch meinen störrischen Senf an Erfahrungen und sehe alles gerne etwas mehr im Kontext.

Ketose ist eine Ernährungsform, die fast komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Hauptbestandteil der Nahrung sind je nach Person und Aktivität 70-90% der Energie von Fetten, etwa 20% Eiweiß und unter 30-50 Gramm Kohlenhydrate am Tag. Das hat seinen Grund und vergab auch dieser Ernährungsform seinen Namen: Das menschliche Gehirn benötigt nicht, wie wir bisher dachten, Glukose um zu funktionieren. Bei der Abwesenheit von Glukose oder das Fasten über einen gewissen Zeitraum, fängt die Leber im Körper an, aus Fettsäuren Ketonkörper zu produzieren. Diese dienen dem gesamten Körper als sehr „sauberes“ Benzin (außer der Leber selber – die versorgt sich recht simpel über im Körper selbst produzierte Glukose). Genau hier kommt auch einer der therapeutischen Aspekte der Ernährung zu Tage.

Fette katapultieren den eigenen Blutzucker nicht in die Höhe, pfeifen auf Insulin und brauchen zur Bereitstellung von Energie weitaus weniger „schädliche“ Radikale als Nebenprodukte außerhalb der Mitochondrien[5]. Gleichzeitig können unsere kleinen Zell-Kraftwerke auf Hochtouren arbeiten, effektiver arbeiten und schützen uns for einem Energieloch[6]. Das sorgt für weniger Entzündung im Körper, weniger Heißhunger und saubere Blutgefäße – vorausgesetzt man spült das fette Festmahl nicht mit einer Cola hinunter.

Schön zu hören ist auch, dass unser Körper mit voller Kraft auf Fettverbrennung läuft. Wer ständig am Zucker rohrt und seinen limitierten Tank für Kohlenhydrate füllt, wird nie in den Genuss kommen, selten am Tag eigentlich hungrig zu sein.  Vielleicht hat der eine oder andere unter euch schon von der berüchtigten Mauer ab der Hälfte des Rennens bei einem Marathon gehört? Sind die Kohlenhydrate aufgebraucht, weiß der Körper nicht, wie er eigentlich Energie für die zweite Hälfte des Rennens bereitstellen soll. Der Läufer hängt also in den Seilen und kommt nur noch schleppend voran.
Wie kann es aber sein, dass ein Team von zwei Personen den Atlantik im Ruderboot in Rekordzeit überwindet und völlig vergnügt am Tag der Ankunft noch tanzen geht, obwohl eine natürliche Reaktion ein schwankendes Schlurfen zur Schlafkabine wäre? Wie kommt es, dass ein Mann non stop in 24 Stunden 170 Meilen vertilgt, während er beim Rennen lediglich Wasser mit ein paar Mineralien trinkt?
Gehen wir mal zurück zu unserem Beispiel mit dem Tank. Stellt euch einen großen Benzintanker vor, der seine Fracht mithilfe seines eigenen – im Verhältnis mickrigen – Tanks durch die Gegend fährt. Wie weit würde er wohl kommen, wenn er seine eigene Fracht anzapfen würde?  Genau das gleiche Prinzip trifft auf uns zu, wenn unser Körper weiß, wie er Donauwellen in Dampf umwandelt. Wir haben MASSIVE Mengen an Energie oder Kilokalorien an uns dran, die uns für lange Zeit auf den Beinen halten können. Solange unser Körper nicht von Zucker dominiert wird, wären auch wir (vielleicht mit ein wenig Training…) in der Lage 24 Stunden durchzulaufen, uns einen Wolf zu rudern, oder einfach nicht mehr alle Stunde abgelenkt zu werden von einem nagenden Hungergefühl, was uns Willenskraft, Energie und eine anfänglich gute Stimmung raubt[7,8]. Vielleicht sollte ich hier auch anbei erwähnen, dass ketogene Ernährungsformen laut vieler Studien sich hervorragend eignen, um Körperfett abzunehmen und gleichzeitig Muskelmasse zu schonen[9,10]…

Noch viel interessanter wird es, wenn wir an den Warburg-Effekt und Krebszellen denken. Im Gegensatz zu normalen Zellen funktionieren die zerstörerischen Zellen ausschließlich über Zuckerstoffwechsel (Glykolyse). Ketose scheint in der Lage zu sein, Krebszellen „auszuhungern“ und hat sich bereits in vielen Studien als effektive Hilfsmaßnahme in der Bekämpfung von Krebs erwiesen[6,11,12,13]. Chronische entzündliche und ungeordnete Prozesse können generell mit Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Eine Ernährungsform, die also die Alltagslast an Feuern in unserem Körper reduziert, klingt generell vielversprechend. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Wissenschaft hier im Moment ein Schlachtfeld von unterschiedlichen Meinungen und einem Intresse seitens der Pharmaindustrie und dem Markt ist.

Was ist aber, wenn wir falsch liegen?

Ich hatte absichtlich nicht gesagt, dass entzündliche Prozesse oder Radikale generell schlecht sind. Sie sind sogar enorm wichtig[14]. Hätten wir diese kleinen Signalwinzlinge nicht in unserem Körper würden wir in etwa zwei Minuten sterben. Radikale durch Oxidation haben wichtige Aufgaben im Körper und ein konstantes Kleinhalten des Feuers hat auch gerne seine Nebenwirkungen. Inzwischen ist Ketose so „in“, dass es genug Menschen schon über Jahre konsequent durchziehen (viele Menschen in der Paleo-Community sind gerne mal konsequent kohlenhydratarm). Inzwischen beklagen sich viele verwundert über gesundheitliche Einschränkungen, schlechte Schilddrüsenwerte und andere unschöne Dinge. Als Lösung kam: Erhöht eure Zufuhr an Kohlenhydraten! Ist das aber generell richtig? Was denn nun? No Carb? Low Carb? Gokart?

Die meiner Meinung nach beste Sicht der Dinge führt uns an eine Stelle, die ich selber mehr und mehr als zentralen Knotenpunkt sehe. Der zirkadiane Rhythmus. Genauso wie wir Tag und Nacht haben, die uns Ruhe und Aktivität signalisieren oder Hormone abstimmen, haben Jahreszeiten einen mindestens so starken Effekt auf uns, an den wir uns unsere gesamte Spezies lang halten konnten. Kohlenhydrate haben einen saisonalen Effekt auf uns – der genaue Mechanismus über photoelektrischen Effekt, Wechselwirkung zwischen Darm und Gehirn/Auge und Wirkung von unterschiedlichen Lichtfrequenzen sprengt hier eindeutig den Rahmen. Generell gilt – essen wir eine Banane im Sommer und sind sogar tatsächlich draußen unter vollem Sonnenlicht, stimmen die Signale im Auge, Gehirn und Darm überein. Fehlt uns aber die Sonne und Wärme, wie im Winter, haben wir ein Abweichen der Norm. Während wilde Tiere im Winter mager und muskulös aus dem Winterschlaf erwachen (Kälte), rennen wir panisch zum nächsten Fitnessstudio, um unsere Rouladenringe um die Taille wieder zu verkleinern. Mag es vielleicht daran liegen, dass wir inzwischen nicht mehr saisonal essen? Sind Abweichungen von einer natürlichen Norm häufig die Ursache für gesundheitliche Probleme? Haben sowohl Ketose, als auch eine Ernährung mit mehr Reis, Brot, Nudeln und Früchten ihren Sinn in unserem Leben? Warum sind nicht alle asiatischen Länder gesundheitlich am Abgrund, wenn Ketose das go-to ist?

Dies ist natürlich nur meine eigene Sicht der Dinge, die ich meinem Verständnis, Erfahrung durch Zusammenarbeit mit Menschen und dem derzeitigen Stand der Wissenschaft zu verdanken habe. Der normale Zyklus sollte jedoch auch nur für nicht wirklich kranke Menschen gelten, die keine hohe Heteroplasmie-Rate oder bereits manifestierte Probleme haben. Dafür gibt es noch weitaus mehr Griffe in die Trickkiste und jede Krankheit hat ihre eigenen Feinheiten. Dasselbe gilt für andere Extremfälle wie Leistungssportler.

Moritz von der Borch

Gründer

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Mehr davon!

In Vorfreude auf Fortsetzung!

Warum Trinkgeld?

All die Informationen, die ich – übrigens neben meiner normalen Berufstätigkeit – auf dieser Seite für euch aufbereite und zur Verfügung stelle, sind immer das Ergebnis von sehr arbeitsintensiven Tagen oder gar Wochen -> für Recherche (Studien, Interviews,..), Formulieren, Gegenlesen, etc… Alternativ könnte ich mein so erarbeitetes Wissen natürlich auch (..und lukrativer..) ausschließlich in meiner Eigenschaft als Personal Consultant in Einzel-Beratungen weitergeben.

Das ist aber nicht mein Ansatz! Mir ist vor allem auch wichtig, möglichst viele Menschen zu erreichen, die von den hier gesammelten Informationen, von der Kenntnis über wissenschaftlich neu gefundene Resultate und ihre Konsequenzen profitieren könnten.

Damit die Informationen weiterhin für euch frei zugänglich bleiben können, ohne dass ihr alle fünf Sekunden von Pop-Ups belästigt werdet, gehe ich andere Wege.
Beispiel: Produkte, die ich persönlich empfehlen kann, werden hier mit Vorteil für jeden und Nachteil für keinen angeboten.
Das heißt: Wenn ihr über meine Site einkauft – also, wenn ihr z. B. eine Empfehlung auf meiner Site anklickt (Bücher, Brille, etc..) und auf der dann neu geöffneten Website anschließend in Kontinuität einkauft (dabei muss es sich  n i c h t  um das von mir empfohlene Produkt handeln..), profitiere ich und das ganz ohne irgendeinen Nachteil für euch.
Als Faustregel zum sog. Trinkgeld gilt in Deutschland:
„Man sollte, muss aber nicht. Einigkeit besteht aber darüber, dass es für gute Leistung auch ein gutes Trinkgeld geben sollte.“

Warum Trinkgeld:

All die Informationen, die ich auf dieser Seite zur Verfügung stelle sind eine Heidenarbeit. Viele Beiträge haben zum Teil eine Bearbeitungszeit von 20-30 Stunden, wenn man die ganze Recherche, die Formulierung, das Gegenlesen und so weiter hinzuzählt. Das ist schon bald eine ganze Arbeitswoche neben meiner normalen Arbeit. Natürlich könnte ich auch alles für mich behalten und nur in persönlichen Beratungen Informationen preisgeben. Ist das aber der Sinn hinter dem Ganzen? Wie vielen Menschen werden dadurch im Vergleich erreicht?

Um weiterhin die Möglichkeit zu haben, Informationen frei zugänglich zu machen und euch nicht alle fünf Sekunden mit Pop-Ups zu bespringen, gehe ich andere Wege. Produkte die ich empfehlen kann, biete ich mit Vorteil für jeden an. Wenn ihr über diese Seite bei Amazon einkauft, profitiere ich, ohne euch zu schaden.

Das Trinkgeld ist wie im Restaurant. Wurde man gut bedient, zeigt man seine Anerkennung, richtig?

Empfehlungen

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Referenzen:

[1] http://www.gallosuisse.ch/html/fileadmin/user_upload/pdf/Eierkueche/Wie_das_Cholesterinmaerchen_entstand.pdf

[2] http://www.huffingtonpost.com/dr-mercola/the-cholesterol-myth-that_b_676817.html

[3] http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=236180

[4] http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=247952

[5] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3321471/

[6] http://www.drmyhill.co.uk/wiki/Ketogenic_diet_-_a_connection_between_mitochondria_and_diet

[7] http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17461391.2014.959564

[8] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0026049583901063

[9] http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=9016489&fileId=S0007114513000548

[10] https://nutritionandmetabolism.biomedcentral.com/articles/10.1186/1743-7075-3-9

[11] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2949862/

[12] http://www.fasebj.org/content/30/1_Supplement/1167.2.short

[13] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002822395001891

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